Soziale Kohäsion in der Europäischen Kulturhauptstadt 2025: Chemnitz
In dieser Arbeit wird untersucht, wie die Stadt Chemnitz im Rahmen der Initiative „Europäische Kulturhauptstadt” soziale Kohäsion durch Kulturpolitik, öffentliche Programme und partizipative Formate konzipiert, umsetzt und erfahrbar macht. Vor dem Hintergrund zunehmender gesellschaftlicher Polarisierung und der wachsenden Bedeutung kultureller Strategien für den sozialen Zusammenhalt analysiert die Studie, wie Inklusion, kulturelle Vielfalt und Zugehörigkeitsgefühl im Chemnitzer Programm beschrieben, umgesetzt und wahrgenommen werden.
Mithilfe einer qualitativen Inhaltsanalyse des Bidbooks, der vier Monitoring-Berichte der Europäischen Kommission sowie ergänzender Evaluationsdokumente wurde ein dreistufiges Analysemodell entwickelt, das zwischen Output (programmatische Intentionen), Outcome (Umsetzung und öffentliche Resonanz) und potenziellem Impact (langfristige gesellschaftliche Effekte) unterscheidet.
Die Ergebnisse zeigen, dass Chemnitz 2025 einen ambitionierten Bottom-up-Ansatz verfolgt. Dieser setzt auf die Aktivierung der „stillen Mitte“, den Ausbau von Freiwilligenstrukturen und die Wiederbelebung öffentlicher Räume als Orte alltäglicher Begegnung. Das Programm weist deutliche Stärken im Bereich der Partizipation und lokalen Identitätsbildung auf; es bestehen jedoch zugleich strukturelle Defizite in der systematischen Einbindung marginalisierter Gruppen und der institutionellen Verankerung kultureller Vielfalt.
Insgesamt kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass Chemnitz 2025 als Laboratorium für die Rolle von Kultur im Aufbau sozialer Kohäsion in postindustriellen Städten fungiert und sowohl das transformative Potenzial als auch die Grenzen kulturpolitischer Interventionen im Rahmen der Europäischen Kulturhauptstadt sichtbar macht.
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