Alumni Talk mit Lys Ziebell
Vor zwei Tagen fand erneut ein Online-European-Studies-Alumni-Talk statt. Wir bedanken uns herzlich für die rege Beteiligung und den offenen Austausch.
Im Mittelpunkt stand unsere Alumna Lys Ziebell. Sie zeichnete ihren Weg vom Studienbeginn bis zu ihrer heutigen Tätigkeit als Gender Consultant nach und machte dabei deutlich, wie sehr die Profilbildung im Studium den späteren Berufsweg prägen kann.
Lys kam 2016 aus Lübeck nach Magdeburg und begann ihr Bachelorstudium in European Studies. In dieser Phase war ihr Interessenfeld noch breit gefächert. Ein Auslandssemester an der Metropolitan University in Prag, das sie ausdrücklich empfiehlt, sowie Sprachkurse in Russisch und Spanisch erweiterten ihren Blick auf europäische und internationale Zusammenhänge.
Mit dem Übergang in den Master begann eine stärkere fachliche Profilierung. Sie nutzte insbesondere die Möglichkeit, Themen in Gruppen- und Forschungsprojekten sowie in Hausarbeiten individuell zu wählen, um sich intensiv mit Gleichstellungspolitik beispielsweise im Modul EU-Policy-Cycle auseinanderzusetzen. Parallel dazu sammelte sie praktische Erfahrungen: Als wissenschaftliche Hilfskraft unterstützte sie Frau Samostyan und arbeitete zudem als Honorarkraft für die Landeszentrale für Politische Bildung im Bereich Social Media.
Ein entscheidender Schritt folgte im Jahr 2020 mit der Gründung des Vereins „Wir sehen hin e. V.“ gemeinsam mit Janina Hofmann, ebenfalls Alumna des Bachelor-Studiengangs European Studies. Ziel des Vereins ist es, sexualisierte Gewalt im Raum Magdeburg sichtbar zu machen und Betroffenen eine Stimme zu geben. Durch diese Arbeit vertiefte Lys ihr Engagement im Bereich Gleichstellung und widmete sich schließlich in ihrer Masterarbeit intensiv internationalen Standards für Geschlechtergleichstellung und deren Überführung auf Landesebene.
Kurz vor Abschluss ihres Masters ist die zweite Förderperiode des Projekts „FEM Power” an der Otto-von-Guericke-Universität gestartet. Seit Juni ist Lys dort als Gender Consultant tätig. Ihre heutige Arbeit umfasst unter anderem die konzeptionelle und strategische Entwicklung von Gleichstellungsmaßnahmen – Kompetenzen, die sie bereits im Studium durch Forschungsprojekte und ihre Masterarbeit geschärft hat. Auch im Bewerbungsprozess konnte sie gezielt auf diese akademischen Arbeiten Bezug nehmen. Perspektivisch sieht sie vielfältige Möglichkeiten im Bereich Gleichstellung, sei es in NGOs, in der freien Wirtschaft oder als Gleichstellungsbeauftragte.
Besonders eindrücklich war ihre Botschaft an die Studierenden: Ihr konkretes berufliches Interesse hat sich erst im Laufe des Studiums entwickelt. Entscheidend war dabei die Möglichkeit, sich zu profilieren, eigene Schwerpunkte zu setzen und daraus ein professionelles Selbstverständnis zu entwickeln. Wer diese Möglichkeit nutzt, kann darauf aufbauend auch in Deutschland eine passende berufliche Position finden. Alle, die nicht dabei sein konnten oder weitere Fragen haben, sind herzlich eingeladen, beim nächsten Termin am 3. März 2026 dabei zu sein.